In diesem Beitrag
Das Wichtigste in Kürze
- Ein alternatives Versicherungsmodell (Hausarzt, HMO, Telmed) senkt die Prämie um 10 bis 20 %.
- Eine höhere Franchise senkt die Prämie, erhöht aber Ihre Kostenbeteiligung: auf bis zu CHF 3’200 pro Jahr.
- Wer Versicherer vergleicht, das Unfallrisiko ausschliesst und im Voraus bezahlt, spart zusätzlich.
- Zusatzversicherungen kennen keine Freizügigkeit: Eine unüberlegte Kündigung kann teuer werden.
In der Schweiz gibt es mehrere Möglichkeiten, die Prämie der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KVG) zu senken.
Versicherungsmodell, Franchise, Wahl des Versicherers, Unfalldeckung, Zahlungsweise: die wichtigsten Hebel und die Punkte, auf die Sie achten sollten, damit Sie keinen Schutz einbüssen.
Ein alternatives Versicherungsmodell wählen
Die Versicherer bieten mehrere Modelle an, die die Prämie senken, wenn Sie sich dafür an einen festgelegten Behandlungsweg halten:
Die alternativen Modelle
Tabelle 1| Modell | Prinzip | Prämienrabatt |
|---|---|---|
| Hausarztmodell | Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt ist bei allen Behandlungen die erste Anlaufstelle | Bis 20 % |
| HMO | Ein festgelegtes Gesundheitszentrum koordiniert alle Behandlungen | 10 bis 20 % |
| Telmed | Vor jedem Arztbesuch rufen Sie eine medizinische Hotline an | Rund 10 bis 15 % |
Die Regeln des Modells einhalten
Prüfen Sie vor der Wahl eines Modells bei Ihrer Krankenkasse, ob Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitszentrum eine Vereinbarung mit ihr hat und anerkannt ist. Wenn Sie die vorgesehene erste Anlaufstelle umgehen:
- Notfallbehandlungen, die in unvorhergesehenen und möglicherweise ernsten Situationen nötig sind, bleiben gedeckt, auch wenn Sie direkt in die Notaufnahme gehen;
- Behandlungen ohne Notfall müssen Sie unter Umständen selbst bezahlen.
Die Franchise erhöhen
Die Franchise ist der Betrag, den Sie selbst bezahlen, bevor die Versicherung einspringt. Je höher sie ist, desto tiefer die Prämie. Für Erwachsene reicht sie von CHF 300 bis 2’500 (300, 500, 1’000, 1’500, 2’000 oder 2’500). Dazu kommt ein Selbstbehalt von 10 % der Kosten, höchstens CHF 700 pro Jahr.
Ihre maximale Kostenbeteiligung pro Jahr
Tabelle 2| Franchise | Maximaler Selbstbehalt | Maximale Kostenbeteiligung |
|---|---|---|
| CHF 300 | CHF 700 | CHF 1’000 |
| CHF 2’500 | CHF 700 | CHF 3’200 |
Eine hohe Franchise kann viel Prämie sparen. Prüfen Sie aber gut, ob Sie höhere Arztkosten selbst tragen können.
Die Versicherer regelmässig vergleichen
Bei gleicher Deckung können die Preisunterschiede zwischen den Versicherern erheblich sein. Der Prämienrechner des Bundes, Priminfo, ist für alle zugänglich und zeigt die Prämien aller Versicherer.
Die Unfalldeckung ausschliessen
Sind Sie über Ihren Arbeitgeber bereits gegen Unfall versichert (UVG, Berufs- und Nichtberufsunfälle), können Sie die Unfalldeckung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ausschliessen: Die Prämie sinkt um rund 7 %.
Anspruch auf Prämienverbilligung prüfen
Jeder Kanton gewährt Personen mit bescheidenem Einkommen oder in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen eine Prämienverbilligung. Die Voraussetzungen sind kantonal unterschiedlich und hängen von Einkommen und Vermögen ab.
Die Prämien im Voraus bezahlen
Manche Krankenkassen gewähren einen Rabatt, wenn die Prämie halbjährlich oder jährlich im Voraus statt monatlich bezahlt wird: eine kleine Ersparnis auf das ganze Jahr.
Bei den Medikamenten sparen
Generika senken die Kosten, die Sie selbst tragen, und helfen, die Gesundheitskosten zu dämpfen. Sie wirken sich zwar nicht direkt auf Ihre Prämie aus, beeinflussen aber die künftige Prämienentwicklung positiv.
Den Versicherer wechseln, ohne Schutz einzubüssen
Wir empfehlen, die Verwaltung Ihrer Policen einer Fachperson anzuvertrauen und die Grundversicherung (KVG) mit Zusatzversicherungen (VVG) zu kombinieren.
Entgegen einer verbreiteten Meinung sind Zusatzversicherungen nicht überflüssig: Sie sind von zentraler Bedeutung.
Stefano Radaelli, Assidu
Die Grundversicherung übernimmt Transportkosten nur zu 50 %, höchstens CHF 500 pro Jahr, und Rettungskosten zu 50 %, höchstens CHF 5’000. Im Ausland, in Privatspitälern oder Spitälern ohne Vertrag, in Ländern ohne bilaterales Abkommen oder ausserhalb von EU/EFTA ist die Deckung oft eingeschränkt oder ausserhalb von Notfällen gar nicht vorhanden. Die Zusatzversicherungen decken die Differenz, oft zu sehr günstigen Konditionen.










