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Die Steuervorteile der Schweizer Vorsorge

Einkäufe in die 2. Säule, Einzahlungen in die Säule 3a, Limiten 2025 und Grenzgänger: wie viel Steuern Sie mit der Vorsorge sparen, mit Rechenbeispielen.

Von Stefano Radaelli4 Min. Lesezeit
In diesem Beitrag
  1. Die Steuervorteile der zweiten Säule
  2. Warum sich Einkäufe in die zweite Säule lohnen
  3. Beispiel: ein Einkauf von CHF 10’000
  4. Die Regeln, die es zu beachten gilt
  5. Steuern sparen mit der Säule 3a
  6. Beispiel: eine 3a-Einzahlung von CHF 7’000
  7. Die Säule 3a richtig planen
  8. Die Vorteile für Grenzgängerinnen und Grenzgänger
  9. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  1. Beiträge an die 2. Säule und freiwillige Einkäufe sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar.
  2. Beispiel: Ein Einkauf von CHF 10’000 spart im Jahr der Einzahlung CHF 2’574 Steuern.
  3. 2025 lassen sich in der Säule 3a bis CHF 7’258 (Angestellte) oder 20 % des Einkommens, höchstens CHF 36’288 (Selbstständigerwerbende), abziehen.
  4. Grenzgängerinnen und Grenzgänger können einen Teil der Quellensteuer zurückfordern, mit einem Antrag bis 31. März.

In der Schweiz sichert das Dreisäulensystem den Lebensstandard im Alter, bietet aber auch attraktive Möglichkeiten, Steuern zu sparen.

Dieser Beitrag vergleicht die zweite Säule (berufliche Vorsorge) und die dritte Säule (private Vorsorge), mit den Abzugslimiten 2025 und konkreten Rechenbeispielen, für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz ebenso wie für Grenzgängerinnen und Grenzgänger.

Die Steuervorteile der zweiten Säule

Die zweite Säule ist für Angestellte ab einem bestimmten Einkommen obligatorisch. Die Beiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden sind steuerlich abziehbar: Sie senken das steuerbare Einkommen.

Warum sich Einkäufe in die zweite Säule lohnen

  • Lücken schliessen: später Berufseinstieg, Auslandaufenthalt oder ein anderer Unterbruch der Beitragszahlungen.
  • Steuern optimieren: Jede Einzahlung senkt die Steuerbelastung.
  • Kapital vermehren und vom Zinseszinseffekt profitieren.
  • Eine Frühpensionierung vorbereiten und die Rente oder das Kapital verbessern.
  • Vom Überobligatorium profitieren: Einkäufe über das gesetzliche Minimum hinaus erweitern den Schutz.
  • Einen Vorbezug ausgleichen: für Wohneigentum, die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder nach einer Scheidung.

Beispiel: ein Einkauf von CHF 10’000

Marc lebt in Lausanne. Er hat mit 35 Jahren eine feste Stelle angetreten und zwischen 25 und 35 keine Beiträge an die zweite Säule geleistet. Sein steuerbares Nettoeinkommen beträgt CHF 70’000. Wegen der zehnjährigen Lücke kann er sich, je nach Reglement seiner Vorsorgeeinrichtung, für bis zu zehn Beitragsjahre einkaufen. Er zahlt CHF 10’000 ein:

Einkauf von CHF 10’000 in die Pensionskasse

Tabelle 1
PositionBetrag
EinkaufCHF 10’000
Steuerersparnis im EinkaufsjahrCHF 2’574
Nettoaufwand nach SteuernCHF 7’426
Geschätztes Kapital bei Fälligkeit (2052)CHF 14’337
Einmalige Kapitalleistungssteuer bei Fälligkeit− CHF 554
Nettokapital nach SteuernCHF 13’783
Nettorendite nach Steuern2,16 % (entspricht brutto 2,91 %)
Zusätzliche AltersrenteCHF 746 pro Jahr (angenommener Umwandlungssatz: 5,20 %)
Finanzanalyse Assidu vom 14. November 2024, fiktiver Fall. Die Ergebnisse hängen von der persönlichen Situation und vom Kanton ab.

Der Einkauf erhöht das Altersguthaben und bringt sofortige Steuervorteile: eine Nettosteuerersparnis von CHF 2’020, ein Nettokapital von CHF 13’783 und eine Nettorendite von 2,16 % nach Steuern.

Die Regeln, die es zu beachten gilt

Vor einem Einkauf:

  1. Prüfen Sie Ihren Vorsorgeausweis: möglicher Einkaufsbetrag und aktuelle Situation.
  2. Lassen Sie sich beraten von einer Fachperson für berufliche Vorsorge, um die Machbarkeit nach Ihrer Situation und Ihren Zielen zu beurteilen.
  3. Unternehmerinnen und Unternehmer: Zahlen Sie von einem Privatkonto ein, nicht von einem Geschäftskonto.
  4. Verlangen Sie Kapitalprognosen, um Ihre Pensionierung zu planen und Szenarien zu vergleichen.
  5. Berücksichtigen Sie die Verzinsung: Der Mindestzinssatz beträgt 1,25 % auf dem obligatorischen Teil; auf dem überobligatorischen Teil liegt die nicht garantierte Rendite bei rund 0,5 %.

Steuern sparen mit der Säule 3a

Die gebundene Vorsorge der dritten Säule ist individuell und freiwillig. Die Abzugslimiten 2025:

  • Angestellte mit Pensionskasse: bis CHF 7’258 pro Jahr.
  • Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse: 20 % des Einkommens, höchstens CHF 36’288 pro Jahr.

Ein grosser Vorteil: Auch mit bescheidenem Einkommen lassen sich kleine Beträge einzahlen, von rund CHF 100 bis 604 pro Monat. Die Einzahlung richtet sich nach Ihrem Bedarf und dem Budget, das Ihnen zum Sparen zur Verfügung steht. Die Steuervorteile:

  • Beiträge vollständig abziehbar vom steuerbaren Einkommen;
  • keine Vermögens- und keine Einkommenssteuer während der Sparphase;
  • reduzierte Besteuerung beim Bezug, wie in der 2. Säule.

Beispiel: eine 3a-Einzahlung von CHF 7’000

Marc hat ein steuerbares Nettoeinkommen von CHF 70’000 und ein steuerbares Vermögen von CHF 50’000. Er zahlt CHF 7’000 in seine Säule 3a ein. Sein steuerbares Einkommen sinkt auf CHF 63’000.

Wirkung einer 3a-Einzahlung auf die Einkommenssteuer

Tabelle 2
In CHFHeuteNach EinzahlungDifferenz
Steuerbares Einkommen70’00063’000− 7’000
Kantons- und Gemeindesteuern10’2158’621− 1’594
Direkte Bundessteuer984776− 208
Personalsteuer20200
Total Einkommenssteuern11’2199’417− 1’802
Finanzanalyse Assidu vom 14. November 2024, fiktiver Fall. Die Ergebnisse hängen von der persönlichen Situation und vom Kanton ab.

Das tiefere steuerbare Einkommen senkt auch den Steuersatz: Marc spart in einem Jahr CHF 1’802 Steuern.

Die Säule 3a richtig planen

  1. Analysieren Sie Ihre Vorsorge, bevor Sie eine Police abschliessen, mit allen Unterlagen zur Hand.
  2. Legen Sie Ihre Ziele fest: Kauf von Wohneigentum, Auswanderung, Frühpensionierung, Heirat, Gründung eines Unternehmens.
  3. Klären Sie Ihren Bedarf bei den Risiken: Erwerbsunfähigkeit (Krankheit oder Unfall), Tod, Alter als Paar, Arbeitslosigkeit.
  4. Erstellen Sie ein Jahresbudget, um einen Sparanteil und die Absicherung dieser Risiken einzuplanen.
  5. Warten Sie nicht zu lange: Ist der Ernstfall eingetreten, lässt sich kaum mehr etwas ändern.
  6. Setzen Sie auf Fachleute, die Ihnen Lösungen nach Ihrem Bedarf vorschlagen.

Die Vorteile für Grenzgängerinnen und Grenzgänger

Wer in der Schweiz arbeitet und in einem Nachbarland wohnt, kann dank Beiträgen an die 3. Säule und teils an die 2. Säule einen Teil der bezahlten Quellensteuer zurückfordern. Dazu ist bei der kantonalen Steuerverwaltung ein Antrag auf Berichtigung der Quellensteuer einzureichen.

Fazit

Die zweite und die dritte Säule stärken die Altersvorsorge und bieten zugleich ausgezeichnete Möglichkeiten, Steuern zu sparen, die mit den Limiten 2025 noch grösser werden.

Für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz wie für Grenzgängerinnen und Grenzgänger ist die Vorsorgeplanung eine wirksame Strategie, um die Steuerlast zu optimieren.

Stefano Radaelli, Assidu

Wer in die dritte Säule investiert und die Hebel der zweiten nutzt, spart heute Steuern und bereitet sich gelassen auf morgen vor.


Rechtsgrundlagen: Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (Art. 33 Abs. 1 Bst. d DBG); Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (Art. 9 StHG); Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (Art. 1 BVV 3).

Über den AutorStefano Radaelli

Berater für Versicherung und Vorsorge · Sozialversicherungs-Fachmann mit eidgenössischem Fachausweis

Aktualisiert

28. Oktober 2026.
Informativer Beitrag, ersetzt keine persönliche Beratung.
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